Beeren selber pflanzen

Erdbeeren, Himbeeren und Co.
aus eigenem Anbau

Erdbeeren und Co. selber pflanzen und Gesundes aus dem Garten naschen

Du träumst von einem eigenen Obstgarten, hast aber nicht genug Platz für Apfel- und Kirschbäume? Dann versuche es doch einmal mit Beerenobst! Die Pflanzen können auch in einem kleinen Vorgarten prächtig gedeihen; und sogar in Balkonkästen und Pflanzkübeln lassen sich Beerensträucher anpflanzen. Wichtig ist lediglich, dass du die Beeren richtig pflanzt – also den richtigen Zeitpunkt und die Anforderungen an Standort und Boden berücksichtigst. Dann kannst du dich bei der richtigen Pflege deiner Beerensträucher jedes Jahr aufs Neue auf eine üppige Ernte freuen.

Inhalt

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Beerenpflanzen?

Rein theoretisch kannst du (von Frostzeiten abgesehen) das ganze Jahr über Beeren pflanzen. Der Zeitpunkt ist, zumindest für wurzelnackte Pflanzen, dennoch entscheidend. Diese werden auf freien Feldern angezogen und ohne Erdballen an den Wurzeln einzeln verkauft. Nach dem Einpflanzen brauchen sie zunächst Zeit, sich an ihrem neuen Standort gut in der Erde zu verwurzeln. Aus diesem Grund ist im Spätsommer oder Herbst die beste Zeit dafür, solche Beeren zu pflanzen. So kann sich das Wurzelwerk im noch aufgewärmten Boden gut entwickeln und die Pflanze im Frühjahr mit allen nötigen Nährstoffen für Wachstum und Entwicklung der Blüten versorgen.

Wenn du junge Beerenpflanzen mit einem ausgeprägten Wurzelballen als Container- oder Topfpflanzen kaufst, musst du darauf weniger Rücksicht nehmen. Solange kein Frost herrscht, können sie das ganze Jahr über in die Erde gesetzt werden. Wenn du also im Frühjahr pflanzt und noch im selben Jahr Beerenobst ernten willst, solltest du zu Containerpflanzen greifen.

Welcher Standort ist optimal?

Beerensträucher sind nachsichtig, wenn es um den Standort geht. Wenn möglich, sollten du allerdings einen sonnigen und gleichzeitig windgeschützten Platz suchen, an dem du deine Beeren pflanzt. Die Sonneneinstrahlung am Standort beeinflusst nämlich, wie gross und süss die Früchte später werden. Wenn du verschiedene Sorten wilder Waldbeeren pflanzt, sind halbschattige Plätze ausreichend, da das den Bedingungen entspricht, unter denen die Sträucher auch in der freien Natur vorkommen.

Welche Anforderungen stellen Beerenpflanzen an den Boden?

Viel wichtiger als die äusseren Bedingungen am Standort ist der Boden. Beerensträucher wachsen und gedeihen am besten in einem aufgelockerten, humushaltigen Boden. Dafür ist es wichtig, dass du den Boden gut umgräbst und mit Kompost anreicherst, bevor du Beerensträucher pflanzt. So ist der Boden gut durchlüftet und kann länger Wasser speichern.

Wenn du die Beeren auf dem Balkon pflanzt, kannst du spezielle Beerenerde verwenden. Auch im Garten kannst du den Boden mit dieser Erde anreichern und damit eine optimale Nährstoffversorgung und Sauerstoffzufuhr sicherstellen.

Welche Beeren willst du pflanzen?

Neben diesen allgemeinen Anforderungen gibt es bei verschiedenen Beerensorten natürlich auch noch ganz spezifische Dinge zu beachten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du zunächst überlegst, welche Beeren du pflanzen willst. Eine kleine Hilfestellung ist vielleicht, dass Johannisbeeren, Erdbeeren und Brombeeren besonders pflegeleicht und deshalb auch für Anfänger gut geeignet sind. Für Himbeeren und Brombeeren brauchst du ausreichend Platz und Rankhilfen, da die Sträucher in die Höhe klettern. Heidelbeeren reagieren empfindlich auf die Bodenzusammensetzung, deshalb sind sie eher für erfahrene Gärtner geeignet.

Toll ist es natürlich, wenn du verschiedenes Beerenobst gemischt anpflanzt. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern verlängert auch den Erntezeitraum. So bist du den ganzen Sommer hindurch mit leckeren Früchten versorgt.

Erdbeeren

Erdbeeren sind für viele schon seit den Kindertagen das beliebteste Naschobst im Garten. Doch auch zur Verfeinerung von Desserts und Backwaren sind sie die unangefochtene Nummer eins. Umso besser, wenn du die leckeren Früchte direkt vor der Nase hast. Erdbeeren pflanzt du problemlos auch auf dem Balkon in einem Topf oder Kasten, dort gedeiht das Obst genauso gut wie im Gartenbeet oder als Beetumrandung für Pflanzen mit ähnlichen Standortvorlieben. Erdbeerpflanzen mögen es sonnig, deshalb sind sie für Beete mit direkter Sonneneinstrahlung oder einen Südwestbalkon optimal geeignet.

Wann du die Erdbeeren pflanzt, ist dir überlassen. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass die Blüten bereits in den Spätsommermonaten angelegt werden, deshalb ist es sinnvoll, spätestens im August Erdbeeren zu pflanzen, damit die Ernte im nächsten Jahr nicht zu mager ausfällt. Der Erntezeitraum der meisten Sorten liegt etwa zwischen Mitte Juni und Mitte August. Danach beginnt die Zeit, in der du die Pflanzen gegebenenfalls umtopfen, vermehren oder zurückschneiden kannst.

Johannisbeeren

Johannisbeeren sind mit ihrem leicht säuerlichen Geschmack weniger zum Naschen als vielmehr für die Verarbeitung zu Marmeladen, Säften oder Kuchenbelag beliebt. Für Anfänger haben Johannisbeeren den grossen Vorteil, dass sie keine hohen Ansprüche an den Boden stellen. Sie mögen zwar Sonne, doch Johannisbeeren wachsen auch im Halbschatten und können auch dort üppige Früchte entwickeln.

Die Sträucher werden nicht besonders hoch, deshalb kannst du Johannisbeeren bedenkenlos auf Balkonen oder in kleinen Vorgärten pflanzen. Die Früchte wachsen an jungen Trieben, deshalb ist es wichtig, die älteren Triebe nach der Erntezeit zurückzuschneiden.

Himbeeren

Himbeeren werden besonders oft für Desserts oder Kuchen verwendet, da sie Süssspeisen mit ihrem säuerlich-frischen Geschmack gut ergänzen. Für Himbeeren ist eine ausreichende Bewässerung sehr wichtig. Gleichzeitig benötigen sie einen sonnigen Standort, um Staunässe und Fäulnis zu vermeiden. Sie wachsen am besten an Rankhilfen wie Netzen oder Stäben, an denen die Triebe aufrecht in die Höhe schiessen können.

Heidelbeeren

Wie bereits erwähnt, solltest du Heidelbeeren eher pflanzen, wenn du bereits Erfahrungen in der Gartenarbeit hast, denn die Sträucher reagieren empfindlich auf Veränderungen des Bodens. Dieser sollte – wie bei allen Beerenarten – gut durchlüftet, ausserdem aber kalkfrei sein und einen sauren pH-Wert aufweisen. Moorbeeterde hat sich in der Praxis als günstige Erde für Heidelbeeren bewährt. Wenn sie zusätzlich mit frischem Rindenmulch abgedeckt wird, hilft das, den Boden feucht zu halten und gleichzeitig Fäulnis zu vermeiden.

Stachelbeeren

Stachelbeeren sind den meisten Menschen zu sauer zum Naschen, umso beliebter sind sie auf Kuchen, in süssen Desserts oder in Marmeladen. Wenn du Stachelbeeren pflanzen willst, musst du dich zunächst entscheiden, ob du eine Sorte haben willst, die am Busch oder am Hochstamm wächst. Dafür ist der Platz ausschlaggebend. Für den Balkon sind die Stämmchenarten geeignet, die gut im Kübel gepflanzt werden können.

Plätze mit Halbschatten sind optimal dafür, Stachelbeeren zu pflanzen. Sie brauchen nämlich einerseits viel Licht, andererseits besteht bei direkter Sonneneinstrahlung die Gefahr, dass die Beeren verbrennen.

Die Pflege von Beerensträuchern: Schneiden und Düngen

Damit deine Beerensträucher gut gedeihen, sollten die Triebe wurzelnackter Pflanzen vor dem Einpflanzen zurückgeschnitten werden, sodass Zweige und Wurzeln in etwa die gleiche Grösse haben. So können die noch nicht voll ausgebildeten Wurzeln die Pflanze optimal versorgen. Bei Containerware kannst du auf diesen Schritt verzichten, da der Wurzelballen bereits ausreichend ausgebildet ist.

Durch regelmässiges Düngen im Frühjahr und Herbst werden die Beerensträucher mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. In den meisten Fällen ist es völlig ausreichend, dafür Kompost zu verwenden und den Boden mit einer frischen Mulchschicht zu bedecken. Bei anspruchsvollen Pflanzen kannst du zusätzlich speziellen Beerendünger verwenden. Richte dich bei der Düngerzusammensetzung immer nach den Bedürfnissen der jeweiligen Beerensorte.

Vorsicht: Dünge die Beerensträucher nicht, während die Beeren heranreifen! Das kann sich negativ auf den Geschmack auswirken.

Die Zweige von Beerensträuchern sollten immer im Herbst, also direkt nach der Ernte, zurückgeschnitten werden. Dann werden üblicherweise die Blüten für das nächste Jahr angelegt. Doch nicht nur die Früchte tragenden Triebe müssen geschnitten werden. Es ist auch wichtig, kleine und ältere Zweige des Strauches auszulichten, damit die Haupttriebe im Frühjahr ausreichend versorgt werden und im Sommer viele Früchte tragen.

Beeren pflanzen: Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Dies sind die grundsätzlichen Bedingungen, die für eine reiche Beerenernte erfüllt sein müssen:

  • sonniger windgeschützter Standort
  • humusreicher, lockerer Boden
  • regelmässige Bewässerung, jedoch keine Staunässe
  • Rindenmulch für Feuchtigkeit und gegen Fäulnis
  • Zweige nach der Ernte zurückschneiden
  • Beerensträucher regelmässig auslichten
  • nicht düngen, während die Früchte reifen

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